Von zufriedenen und unzufriedenen Website Betreibern und solchen, die keinen Spass verstehen. Ein Erfahrungsbericht.

Eines ist sicher. Webseiten sind nicht zu beneiden, denn sie haben viele Funktionen zu erfüllen. Sie müssen rund um die Uhr weltweit präsent sein, sollten jederzeit für gute Kundeninformationen herhalten und unentwegt das Image ihres Betreibers fördern. Müssen immer auf dem neusten Stand sein, dürfen niemals ihr gutes Ranking verlieren und sollten zudem noch für gute Kontakte sorgen.

Kein Wunder also, dass wir bei Webseiten keinen Spass verstehen und diesem Umstand mit unseren Service- und Unterhaltsleistungen unsere ganz besondere Aufmerksamkeit widmen. Weil nur das, was gepflegt und gehegt wird, auch richtig gedeihen kann. Soweit zu unseren ganz persönlichen Ansichten und Absichten.

 

Da gibt es aber scheinbar Gruppen, mit ganz anderen Ansprüchen. Zum einen sind da die zufriedenen. Egal, was für eine Performance ihre Webseite auch abliefert. Es ist ihnen schlichtweg egal. Keine Zeit, um sich um solche Kleinigkeiten zu kümmern. Was soll’s. Über die Webseite hat man bis dato sowieso noch nichts verkauft und das Geschäft läuft ja immer noch gut. Also, warum sollte man etwas tun?

 

Zum anderen die unzufriedenen. Die wollen zum Beispiel mit allen Mitteln mehr Traffic auf ihre Webseite bringen.  So auch kürzlich geschehen. Es ging nicht lange, kam der Kunde gleich zur Sachen. „Ich will bei den Suchergebissen immer an vorderster Stelle sein“, formulierte er sein Anliegen mit Nachdruck. Wir haben eine Partneragentur und suchen verstärkt nach weiteren attraktiven Frauen und Männern, ausserhalb unseres Bekanntenkreises. Was schlagen sie vor?

 

Ich möchte es mal so ausdrücken, sagte ich. Es gibt da ein paar Möglichkeiten. Sie können zum Beispiel mit AdWords-Werbung nach Kunden im Internetteich fischen. Je dicker der Köder desto grösser die Chance, dass einer Anbeisst. Aber dort wo die dicken Fische sind, hat es leider auch viele Fischer und die Köder sind sehr teuer. Und für das Keyword „Partnervermittlung“ müssen sie für eine top Position zwischen 7 bis 10 Franken bezahlen. Da ist der Wettbewerb besonders hart. Sie können es auch mit günstigeren Suchvarianten wie „Mann sucht Frau“, Frau gesucht“ oder auch umgekehrt versuchen. Aber auf die Informationen des Keyword-Planers von Google können sie sich nicht unbedingt verlassen. Warum nicht? Wollte er wissen. Ich erwiderte. Weil die Angaben selten stimmen. Kaum haben sie die Kampagne gestartet müssen sie feststellen, dass die Klickkosten in der Regel plötzlich massiv höher sind, als vorher ermittelt. Google nennt das statistische Abweichungen die vorkommen können. Ich habe da eine etwas andere Vermutung.

 

Ach so. Eigentlich habe ich sowieso an etwas anderes gedacht. Sie können doch etwas mit Suchmaschinen Optimierung machen, sagte er zu mir und fügte gleich noch an, was er bereit war zu berappen und dass er bei diesem Betrag schon noch erwarten dürfe, mit seiner Webseite bei den Suchresultaten immer ganz vorne präsent zu sein. Mein erster Gedanke. Ja klar, ich rufe kurz bei Google an und dann klappt das schon. Meine Antwort. Wenn das so einfach und so günstig zu haben wäre wie sie sich das vorstellen, würde sich Google selber konkurrenzieren und keiner würde mehr AdWords-Werbung schalten. Es gibt einige Möglichkeiten, die zur Verfügung stehen. Zuerst braucht es eine gründliche Analyse ihrer Online-Aktivitäten und der bestehenden Webseite. Erst dann kann man über griffige Massnahmen nachdenken und diese umsetzen. Danach braucht es eine gewisse Zeit bis die Suchmaschinen merken, dass sich ihre Webseite qualitative und technisch stark verbessert hat und das Schritt für Schritt mit einer besseren Positionierung belohnen. Wenn Sie das wirklich wollen, sollten sie vielleicht zuerst noch einmal über eine Erhöhung ihres Budgets nachdenken, bemerkte ich zum Schluss unseres Gespräches. Beim Nachdenken ist es dann auch geblieben.

 

Und dann gibt es zum Glück noch die dritten, die wie wir bei Webseiten keinen Spass verstehen und diesem Umstand mit guten Service- und Unterhaltsleistungen Rechnung tragen. Eben weil sie wie wir auch wissen, dass nur das wirklich gut gedeihen kann, was auch laufend gepflegt und gehegt wird. Dass das mit der Zeit auch etwas bringt und somit auch etwas kosten darf, versteht sich von selbst.